02 Mai, 2013

Haubentaucher des Monats: Der Bienentöter

Außer Rehkitzen, Pandabären sowie jungen Kätzchen und Hündchen sind wohl keine Tiere so populär wie die Bienen. Solange man nicht gerade barfuß auf ein Exemplar der Gattung getreten ist, versteht sich. Recht unpopulär hingegen ist die Spezies österreichischer Politiker  und -innen, zumal solche in regierender Funktion. Kann man das so generell sagen? Man kann. Ein Spezialfall ist der Umweltminister. Nikolaus Berlakovich macht eigentlich in Permanenz den Eindruck, irgendwelchen Lobbys verpflichtet zu sein. Der Eindruck täuscht natürlich, der Mann meint es nur gut, mit der Umwelt und dem Bauernstand und überhaupt. Dass er jüngst gegen ein Verbot von Pestiziden gestimmt hat, die für das Sterben von Bienen verantwortlich gemacht werden, ist also sicher kein Zeichen von Feigheit, sondern ein beeindruckender Beweis seiner Unabhängigkeit. Und dass nun gleichzeitig rote Regierungskollegen bis hinauf zum Kanzler, Grüne und sogar die Rechtsrechten von unzensuriert.at gemeinsam Zeter und Mordio schreien, das immerhin ist dann doch so was wie ein politisches Kunststück. Und weil man in Österreich wegen einer unglücklichen Performance und fehlendem Rückgrat niemals nicht zurücktreten muss, wird auch Niki, der Bienentöter, im Amt bleiben. Die Rehkitze, Pandabären, Kätzchen und Hunde zittern jetzt schon vor seinen nächsten Plänen auf EU-Ebene weit weg vom heimatlichen Bauernhof.

©Bild: haubentaucher.at

01 Mai, 2013

Roman des Monats Mai

Dave Eggers: Ein Hologramm für den König. Kiepenheuer & Witsch.


Dieses Buch, das haben schon andere Rezensenten vor uns festgestellt, ist eine prachtvolle Metapher für die seltsamen Zeiten, die wir durchleben. Alles ist virtuell, die Orte, die menschlichen Beziehungen und das Kapital. Selbst gekrönte Häupter werden zu rein medial beleuchteten fiktionalen Schattenwesen, das muss auch der abgehalfterte Manager Alan feststellen, der in der Wüste auf König Abdullah wartet. Wegen seiner angeblich guten Kontakte zur Familie des Herrschers hat man Alan beauftragt, sich um die Präsentation einen neuen Internet-Hologramms zu kümmern, das den Hersteller reich machen soll. Gelingt der Deal, dann ist Alan aus dem Schneider. Misslingt das Vorhaben aber, ist er endgültig pleite. Die Frau ist längst davon. Der Kontakt zur Tochter dürfte sich rapide verschlechtern, wenn sie erfährt, dass sich der Herr Papa die Studiengebühren schon längst nicht mehr leisten kann. Alan und die drei IT-Nerds, die das Hologramm vorführen sollen, haben in der Wüste gleich mehrere Probleme zu bewältigen. Das erste: Kein WLAN weit und breit. Das zweite: Kein König und auch sonst kein kompetenter Verhandlungspartner in Sicht. Nur Hitze, Langeweile und der tägliche Transfer vom Hotel in die bislang nur in Ansätzen erkennbare neue Wirtschaftswunderwelt im Sand stehen auf dem Programm. Und statt einem gepflegten Bierchen am Feierabend warten auf Alan einsame Nächte mit illegalem Schnaps im Hotelzimmer und verstörende Begegnungen mit Hanne, die mehr will als nur seine Witze hören. Lesenswert.

Unterhaltungsindustrieunternehmen des Monats Mai 2013

SNOWHITE. Das Berliner Label samt Promotion- und Management-Abteilung ist neu auf unserem Radar und nach wenigen Wochen des Kontakts können wir sagen: Das ist der pure Wahnsinn. Snowhite pusht im April und Mai einige der interessantesten CDs, die wir bislang heuer in die Hände bekommen haben. Dazu gibt es einen gut gewarteten Blog, einen kleinen TV-Kanal mit Videos von KünstlerInnen und rege Aktivitäten im Bereich Social Media. Hier vier der jüngsten Snowhite-Projekte zum Kennenlernen, Probelauschen und Kaufen.

Roxanne de Bastion: The Real Thing (Label: Nomad Songs)
Roxanne ist jung und mutig. Mutterseelenallein zog sie von Berlin nach London und es dauerte nicht dramatisch lange, bis ihre tolle Stimme auch den verwöhnten Engländern (und den New Yorkern, Vietnamesen und Äthiopiern) auffiel. Klassisches Songwriting (uh uh uh), die eine oder andere Folkmelodie, zarte, fragile Lieder bietet "The Real Thing". Zur Stimme gesellt sich die Klampfe.
Live zu erleben im Mai in Köln, Berlin und Hamburg. Österreich muss noch ein wenig warten. www.roxannedebastion.com

LCMDF: Mental Health (Label: Fan Recordings)
Die zwei finnischen Schwestern Mia und Emma sind optisch und angeblich auch stimmungsmäßig wie Tag und Nacht. Gemeinsam bringen sie Anfang Mai eine der erfrischendsten Frühlings-EPs auf den Markt. Mental Health ist sehr skandinavisch, aber kaum finnisch düster, sondern eher schwedisch sonnig. Nette Songs, die einem den Tag versüßen. Exklusiv-Interview auf diesem Kanal folgt in Bälde (hoffentlich). www.lcmdf.com

Helldorado: Bones in the closet (Label: CCAP)
Drei Herren aus Norwegen mit Vorliebe für schwarze Hemden und längeres Haupthaar bringen den Sound einer Zeit zurück, als Chevrolet nicht für südkoreanische Spießerautos stand. Blues, Country, Rock, aber auch Anklänge von Mariachi und Surf werden hier zu einem ultralässigen Gebräu gemischt, hochprozentig, dunkel. Man darf stark vermuten, dass das Trio durch Filme von Tarantino, aber auch David Lynch beeinflusst wurde. Oder sollte es ein Zufall sein, dass die erste Platte anno 2001 "Lost highway" hieß? www.helldorado.no

Snøffeltøffs: Female Dreams (Label: Snowhite)
Direkt aus dem Proberaum scheinen die beiden Snøffels zu kommen, Shit-Fi Garage nennen sie selbst ihren Stil. Wilder 1960er-Speed ist die Devise, das Schlagzeug scheppert gewaltig, das stimmliche Duett klappt fast immer, zwischendurch wird das Tempo rausgenommen und der Bass darf ran. Gesungen wird über die Vorzüge der holden Weiblichkeit und das alles mit einem Sound, der auch dem legendären Kramer gefallen müsste. Seit Sommer 2012 spielen die zwei gemeinsam, sonst weiß man nicht viel. Sollten Sie in einer der Popkulturmetropolen wie London, Manchester oder Berlin zu Hause sein, können Sie aber demnächst bei einem der Konzerte nachfragen: www.snowhite.de/presse/snoffeltoffs/ - die Bandseite gibt es hier: http://snoffeltoffs.tumblr.com/

Sachbuch des Monats Mai

Edda Engelke: Wir sind durch die Mur geschwommen. Ein Fluss als Grenze zwischen zwei ideologischen Systemen in den Fünzigerjahren. Wissenschaftliche Reihe des Pavelhauses. 2013.

Die Grenze zwischen Österreich und Jugoslawien war bekanntlich eine ebenso sensible wie schwer zu bewachende Angelegenheit. Zu ebener Erde über viele Kilometer entlang der Straße, teilweise mitten durch die Weinberge verlaufend, zu Wasser durch die Mur vorgegeben. Nicht wenige haben es in all den Jahren des Kalten Kriegs versucht, schwimmend vom "Osten" in den "Westen" zu gelangen. Aus unterschiedlichen Motiven und mit wenig mehr im Gepäck als der Hoffnung, den strengen Grenzern zu entkommen und ein neues Leben zu beginnen. Edda Engelke zeigt in diesem Buch, das sich auf die 1950er konzentriert, eine Reihe von mehr oder weniger abenteuerlichen Fluchtversuchen. So akribisch wie möglich recherchiert überzeugt das Buch auch durch seine leicht zugängliche Schreibweise – angenehm unakademisch, wenn man das bei einer wissenschaftlichen Schriftenreihe sagen darf. Eine Empfehlung für alle, die sich für Geschichten mit Geschichte interessieren.

20 April, 2013

PRO FEDO

That's what friends are for...

























Die Bilanz: Gut 26.000 Euro. Eine Therapie in München.
Und hoffentlich bald weitere gute Nachrichten von Fedo Ertl.

17 April, 2013

Haubentaucher = 800 / 5

Unser kleines Kunst- und Kulturgewinnspiel geht ins Finale. Preis Nr. 5 sind gleich 5 kleine Preise, die vom Feuilletonmagazin schreibkraft zur Verfügung gestellt wurden. Zu gewinnen gibt es 5 mal 1 Exemplar der aktuellen Ausgabe. Wer weiß, seit wann die schreibkraft erscheint, möchte uns bitte ein e-mail an office@haubentaucher.at senden und zwar heute (17. 4. 2013) bis spätestens 20 Uhr. Alles klar? Update: Alle Preise sind weg, die Gewinnerinnen und Gewinner wurden schriftlich verständigt. Das nächste Gewinnspiel gibt es, wenn wir 1.000 Facebook-Fans haben. Sie können wesentlich dazu beitragen...






16 April, 2013

Haubentaucher = 800 / 4


Weiter geht es mit unserem kleinen Kunst- und Kulturgewinnspiel. Preis Nr. 4 wurde dankenswerterweise zur Verfügung gestellt von pumpkin records aus Wies. Zu gewinnen gibt es die famose CD "Domovina" von "Lenin's Wheelchair". Wer weiß, wie der steirische Universalkünstler und Bandleader von Lenin's Wheelchair heißt, der hier unten im Bild zu sehen ist, möchte uns bitte ein e-mail an office@haubentaucher.at senden und zwar heute (16. 4. 2013) bis spätestens 20 Uhr. Alles klar? Update: Gewonnen hat Martin P. aus 8020 Graz


14 April, 2013

Haubentaucher = 800 / 3


Der Haubentaucher hat die magische 800-Fan-Grenze auf Facebook würdevoll überschritten. Aus diesem nichtigen Anlass gibt es ein kleines Kunst- und Kulturgewinnspiel in den kommenden Tagen.

Preis Nr. 3 wurde zur Verfügung gestellt vom Pavelhaus. Zu gewinnen gibt es das soeben erschienene Buch "Wir sind durch die Mur geschwommen. Ein Fluss als Grenze zwischen zwei ideologischen Systemen in den Fünfzigerjahren."

Wer weiß, wie die Autorin des Buches heißt, möchte uns ein e-mail an office@haubentaucher.at senden und zwar heute (15. 4. 2013) bis spätestens 20 Uhr. Alles klar?



Und darum geht es im Buch: Die Mur als Trennlinie zwischen zwei politischen Systemen. Kalter Krieg, streng bewachte Grenze, Schießbefehl. Weit über hundert Männer und einige Frauen aus Jugoslawien riskierten den gefährlichen Weg durch die Mur, um nach Österreich zu gelangen. Sie sprangen in Sladki Vrh, bei Cmurek oder Gornja Radgona in den Fluss und versuchten, das österreichische Ufer zu erreichen – schwimmend, an Holzbalken oder Reifen geklammert, mit kleinen Booten. Wer waren diese meist jungen Menschen? Waren es Abenteurer oder politische Flüchtlinge? Wie gefährlich war die Flucht durch den Fluss? Geheimdienst, Spionage, Misstrauen und Hilfsbereitschaft, alles war an diesem Abschnitt der Mur von Lichendorf bis Radkersburg präsent. Eine Reihe spannender Lebensgeschichten legt davon Zeugnis ab.

Update: Gewonnen hat Haubentaucher-Leserin D.R.

12 April, 2013

Haubentaucher = 800 /2


Der Haubentaucher hat die magische 800-Fan-Grenze auf Facebook würdevoll überschritten. Aus diesem nichtigen Anlass gibt es ein kleines Kunst- und Kulturgewinnspiel in den kommenden Tagen.

Preis Nr. 2 wurde zur Verfügung gestellt von Uncut.at, dem weltbesten Portal für Kino und Filme aller Art. Zu gewinnen gibt es eine USB-Leselampe aus der Merchandising-Abteilung rund um den Film Jack Reacher. Wer weiß, wie der Regisseur des Films heißt, möchte uns ein e-mail an office@haubentaucher.at senden und zwar heute (13. 4. 2013) bis spätestens 20 Uhr. Alles klar?
















Update: Gewonnen hat Alexander S. Runde 3 gibt es am Montag, dem 15. April.