19 November, 2009

Heitere Presseschau

Der Haubentaucher bewundert die "Wirtschaftsnachrichten Süd" schon lange für ihre einzigartigen Bild-Text-Kombinationen. Hier zwei Fundstücke aus der November-Ausgabe.

17 November, 2009

Video des Tages: Uwe umarmt

01 November, 2009

Haubentaucher des Monats November

Thomas Havranek, Rechenkünstler.



„Der Meinl ist ein Schweindl“, pflegten laut aktuellem Falter-Interview dereinst schon die Klassenkameraden des jungen Julius zu rufen. Trotz aller vorstellbaren Animositäten, die man gegen den Fünfer hegen mag, hat sich den „Haubentaucher des Monats“ einer seiner Widersacher verdient. Thomas Havranek, der ehemalige Gutachter im Fall Meinl – der Anfang Juli wegen Befangenheit abgezogen wurde – hat nun ein Honorar von 727.920,18 Euro an die Staatsanwaltschaft gestellt. In seinem nicht einmal abgeschlossenen Vorgutachten stecken angeblich 4.886 Arbeitsstunden. Einem so fleißigen Herrn, wollen wir denn auch nicht unterstellen, dass er sich hier verkalkuliert haben könnte. Lieber möchten wir ihm bewundernd anrechnen: Chuzpe hat er, der Havranek.

Quelle: Der Standard

Film des Monats November

Moon.
Duncan Jones, GB 2008.




Meist ist nicht viel zu erwarten, wenn die internationale Presse einen Promi-Sprössling und seinen „Film des Jahres“ abfeiert. Doch das von David Bowies Sohn Duncan Jones vorgelegte Regie-Debüt „Moon“ übertrifft alle Erwartungen – selbst nicht gehegte.

Kubrick und die Existenzialisten reichen sich in diesem stillen Meisterwerk die Hände. Freuen dürfen Sie sich auch auf die wunderschön paranoide Filmmusik von Clint Mansell und auf einen genialen Sam Rockwell, der im Ein-Personen-Dramolett brilliert. Science Fiction at its best!

Link zum Trailer
Moon auf Facebook

RS

Buch des Monats November

Die Fußball-Matrix. Von Christoph Biermann. Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch 2009.


Biermann ist einer der besten deutschen Sportjournalisten und ein origineller Buchautor obendrein. In seiner Matrix trägt er allerhand Fakten zusammen und untersucht wissenschaftliche Fragen zur Fitness von Fußballern genauso wie unterschiedliche taktische Ansätze. Kurzweilig, intelligent und unterhaltsam, wenn man mal von der ziemlich nichts sagenden Passage absieht, in der mit Felix Magath über Fußball und Schach philosophiert wird. Ein aufschlussreiches Buch gerade auch für österreichische Fußballfans, die von den heimischen Reportern ja selten Informationen bekommen, die über Banalitäten hinausgehen. Liest sich flüssig wie ein Sprint von Didier Drogba, präzise wie eine Flanke von Philipp Lahm und kraftvoll wie eine beherzte Attacke von Emanuel Pogatetz. Oder so.

Fotoserie des Monats: Der Tod steht ihr gut.



Die gemeine Stubenfliege. Tot in einer Ecke liegend. Vom schwedischen Fotografen Magnus Muhr quasi re-animiert in den Rang des Kunstobjekts erhoben. Originelle Idee.

Link zu Muhrs toten Fliegen
via House and Gadgets

Zum Foto: aus Copyright-Gründen haben wir lieber selbst und gänzlich humorfrei eine auf natürlichem Wege verstorbene Fliege abgelichtet, da wir bis Redaktionsschluss kein Pressematerial aus Schweden bekommen haben. Danke für die Aufmerksamkeit.

Video des Monats November

Da soll noch einer sagen, die Printbranche sei krisengeschüttelt. Unser Lieblingsdrucker kann darüber nur lachen, denn seinen Job macht er mit jeder Menge Einsatz, der sprichwörtlichen Dosis Wut im Bauch und einem Hauch von Tourette-Syndrom.

29 Oktober, 2009

Dolm des Tages: Die Sportredaktion der Kleinen Zeitung.

"Lothar Matthäus wird nicht Trainer in Ägypten", das berichtet die Kleine Zeitung heute (auf Seite 75) weltweit exklusiv. Stiiiiimmt, würde Toni Polster sagen, denn der Fußballverein Racing, der im übrigen auch nicht wie in der Kleinen geschrieben "de Avellanda" heißt, spielt in - jetzt langsam zum Mitschreiben: ARGENTINIEN. Eine hübsche Hintergrundgeschichte dazu sowie zum interessanten Medienphänomen Matthäus findet sich übrigens hier.

Loddar und die Bildzeitung

17 Oktober, 2009

Der Haubentaucher beim steirischen herbst /2

Lola Arias: "Mi vida después".




Das Schöne am steirischen herbst, so wie ihn Intendantin Kaup-Hasler interpretiert: Er dreht sich nicht (nur) um die eigene mitteleuropäische Befindlichkeitsachse, sondern holt die Welt zu sich herein. Nur Kleingeister werfen dem Festival dann vor, dass das eine oder andere schon vorher anderswo zu sehen war. Sei's drum. Graz tut es gut, sich auch mit anderen Realitäten und künstlerischen Formen auseinander zu setzen.

Lola Arias' Stück ist eine bewegende, berührende, turbulente Auseinandersetzung mit der jüngeren argentinischen Geschichte. Sechs junge Menschen erzählen ihre Familienhistorien mit Dias, Super-8-Filmen, Erinnerungsstücken. Die heute ca. 30-40 Jährigen haben ein schweres Erbe zu tragen. Die einen haben ihre Eltern verloren, weil diese gegen das Militärregime opponierten. Die anderen haben ihre Väter viel später (aus den Augen) verloren, weil ihre Erzeuger sich nicht als biedere Bürger, sondern als Gehilfen der blutigen Junta entpuppten. Wie Arias diese Geschichten aufarbeitet, manchmal traurig, manchmal komisch, ist zeitgenössisches Theater auf höchstem Niveau. Das Ensemble wurde zurecht mit großem Applaus bedacht. Hoffentlich bleibt der gute Draht des herbsts zu Argentinien auch in Zukunft aufrecht. Denn dort wird (zu beobachten auch bei Federico Leon - siehe unten) an dramaturgischen Formen und Bildsprachen gearbeitet, die das Zombie-Medium Theater zu neuem Leben erwecken.

Foto: wolfgang silveri/steirischer herbst

12 Oktober, 2009

Der Haubentaucher beim steirischen herbst




Eine knappe Woche dominiert er noch das Kulturgeschehen in der Stadt, der steirische herbst 2009. Leider ist die schönste Gastgartenzeit vorbei, dennoch lohnt sich eine Besichtigung der temporären Festivalzentrale vor dem Orpheum. Im Haus selbst gab es am vergangenen Wochenende ein Stück des jungen Argentiniers Federico León zu sehen. "Yo en el futuro" vermischt das Geschehen auf der Bühne und auf der Leinwand. Drei Generationen stellen Szenen vor und nach, die Zeit beginnt sich um die Darsteller zu drehen. Nach Anweisungen der Älteren beginnen die Kinder sich zu gruppieren, zu agieren. Die lateinamerikanische Tradition der Auseinandersetzung mit der Chronologie von Ereignissen (siehe etwa García Márquez) wird hier ebenso aufgegriffen wie die Liebe zu alten Super-8-Filmen, die das Familienleben für Jahrzehnte festhielten. Ein knappes, auf das Wesentlichste reduzierte Stück, das dem Betrachter viel Raum zum Weiterdenken einräumt. Wenn man das so sagen darf: "sehr argentinisch". Schön, dass der herbst so weit über die Grenzen schaut.

Federico León, Yo en el futuro“ („Ich in der Zukunft“). Foto: wolfgang silveri

06 Oktober, 2009

News des Tages: Haubentaucher-Gewinnspiel-Preisübergabe

Frau U. aus Graz durfte heute freudestrahlend ihr Haubentaucher-Kulturgeschenkspaket in den bescheidenen Räumlichkeiten der Redaktion nächst der Grazer Oper entgegen nehmen. Ein nagelneues Mundwasser des Künstlers Alfredo Barsuglia, eine DVD und eine supercoole CD mit Popmusik waren enthalten. Der Haubentaucher-Herausgeber dankte der Leserin für ihre interessante Zusendung in Sachen Haubentaucher. Die Leserin wiederum dankte der Marketing-Abteilung und der Redaktion für das großzügige Präsent und verlängerte bei dieser Gelegenheit auch gleich ihr Haubentaucher-Abo um ein weiteres Jahr. Aus Gründen des Datenschutzes sowie als Protest gegen die Allmacht manipulierter Bilder in den Medien wurde beschlossen, die Übergabe nicht fotografisch zu dokumentieren.